Place // Linz, Österreich
Program // Geladener Einstufiger Architektenwettbewerb
Der Entwurf formuliert einen prägnanten städtebaulichen Schlusspunkt, indem er die historisch gewachsene
Blockrandbebauung an der Straßenkreuzung schließt. Das Projekt fügt sich maßstäblich in die von der
Gründerzeit und dem frühen 20. Jahrhundert geprägte, drei- bis fünfgeschossige Nachbarschaft ein. Mit seiner
fünfgeschossigen Typologie schöpft der Baukörper die maximal zulässige Bauwerkshöhe von 16 Metern präzise
aus. Als respektvoller Dialog mit dem historischen Kontext wird ein klassisches, um 45 Grad geneigtes
Satteldach gewählt. Dieses wird durch skulptural gesetzte Gauben und subtile Dacheinschnitte plastisch
strukturiert, wodurch ein rhythmisches und harmonisches Dachlandschaftsbild entsteht.
Das Projekt übersetzt die charakteristischen Merkmale der Umgebung - wie das visuell abgesetzte, rustizierte
Erdgeschoss und die feingliedrige tektonische Gliederung der historistischen Fassaden - in eine zeitgemäße
architektonische Sprache. Anstelle einer historisierenden Kopie wird das Erdgeschoss durch ein bewusstes
Zurücksetzen optisch vom Hauptbaukörper gelöst. Diese Zäsur erzeugt eine schwebende Leichtigkeit in den
Obergeschossen, betont die Sockelzone als urbane Schnittstelle und schafft gleichzeitig Raum für eine
schützende Übergangszone im Straßenraum.