Menu
Info
Hide
xTipp: Mit dieser Schaltfläche können Sie den Text ausblenden um die Hintergrundbilder zu betrachten

EUROPAN LINZ

to wake a landmark

Ort // Linz, OÖ

Programm // Redesign des Areals der Austria Tabakwerke

Status // 2. Preis, internationaler Wettbewerb 2011

Kollaboration // Simon Wakolbinger

 

 

Linz positioniert sich als Standort zwischen Technologie und Kultur. Mit Events wie dem AEC-Festival, der Klangwolke und dem Brucknerfestival wird das neue Gesicht der Stadt profiliert. Auch der Event der Kulturhauptstadt 2009 hat neue Impulse gebracht. Rege Bautätigkeiten in den letzten Jahren haben zu einem kulturpolitischen Aufschwung geführt. Durch das späte Entstehen des kreativen Milieus kann sich eine eigenständige zeitgenössische Szene bilden. Das Areal der Tabakwerke ist eine logische Fortfolge der Kulturmeile an der Donaupromenade, desweiteren dient sie als Anbindung an die Industriegebiete und das Hafenviertel.

 

Eine ausgewogene Nutzungsverteilung des Areals wird vorgeschlagen: Produktion und Forschung (Green-Technologie als Ergänzung zum starken Industriestandort), Bildung und Kreativität (Ausbau der Kunstuniversität, Verstärkung der Fachrichtung Design als Bindeglied zwischen technologischen und kulturellen Kompetenzen) sowie neues Wohnen . Durch eine konzentrierte Durchführung dieser Maßnahmen am Gelände der Tabakfabrik wird eine deutliche Attraktivierung des Standortes Linz herbeigeführt. Die Tabakfabrik ist ein Kulturdenkmal der Identität der Stadt sowie ein Symbol für die Industrieära der Region und für sozialkulturelle Veränderungen. Mit der Schließung des Werkes ging die identitätsstiftende Wirkung der ATW verloren, es gilt diese Wirkung in den Kontext unserer Zeit zu übersetzen, um sie wiederzubeleben: die Erweckung eines schlafenden Landmarks.

 

Das Gelände wirkt derzeit sehr introvertiert, durch die Verbauung sieht man die historische Substanz aus der Blickrichtung der Stadt kaum. Die nicht denkmalgeschützten Bauten aus den 80ern werden ersetzt, an ihre Stelle tritt ein großzügiger Vorplatz, der die Einbindung in das Stadtgefüge erleichtert, und drei Wohntürme als Verdichtungsstrategie und Ansatz zur kommerziellen Nachhaltigkeit. Das Areal wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, Blickachsen werden freigelegt und die historische Bausubstanz wird sichtbar gemacht. Aus einer homogenen wird eine heterogene Nutzungsstrategie, die Tabakfabrik wird zur „Stadt“ und eine Ost-West-Durchquerung wird möglich. An den Randzonen des Areals entstehen zwei urbane Plätze.

Die gesamte Anlage versorgt sich vollständig CO2-neutral durch den Betrieb eines Algenkraftwerks in den ehemaligen Magazinen. Sie soll sich als Prototyp für ähnliche Projekte etablieren und als Forschungsstandort dienen. Aus einem Denkmal der Industrie von gestern wird ein Standort für die Industrie von morgen.